Lage: Westafrika am Atlantik, südlich des Senegals, nördlich von Guinea-Conakry,
besteht aus vorgelagerten Inseln und dem Festland, höchste Erhebung ca.300 m

Größe: 36 125 km² (etwas kleiner als die Schweiz)

Klima: tropisch, feucht-heiße Regenzeit von Mai bis Oktober. Die klimatische Situation im Osten wird immer schwieriger wegen der unregelmäßigen Regenfälle und der zunehmenden Trockenheit (Sahelproblem).

Einwohnerzahl 1,3 Millionen, 27 Einw./ km², 65% leben in Dörfern mit weniger als 200
Einwohnern, pro Haus meist bis zu 9 Personen, 1 Moskitonetz auf 5 Personen
Ca. 20 Etnien, die größten Gruppen sind die Fula (islamistisch mit streng
feudalistisch/patriarchalistischem Gesellschafts-
system) und die Balante (animistisch, in Altersgruppen organisiert)

Sprache: Amtssprache Portugiesisch, Umgangssprache Criolo, viele Stammessprachen
Währung seit 1997 : CFA (1000 CFA entsprechen 0,70 Euro), wie z.B. im Senegal,
zuvor eigene Währung (Peso)

Religion: 40% Naturreligionen, 50% Moslems, 10% Christen



Regierungsform: Präsidialdemokratie, seit 1991 mit Mehrparteiensystem

Geschichte: war Teil des Königreiches Mali

1446 von portugiesischen Seefahrern entdeckt
Sklaven über Senegal verschleppt (insgesamt ca. 30 Mio. Menschen)

1885 portugiesische Provinz, Kolonialisierung, Rohstofflieferant für Portugal

1956 Gründung einer Einheitspartei zur Befreiung von Guinea und Kapver-
dischen Inseln (PAIGC)

1963-74 Unabhängigkeitskampf (unterstützt vom Ostblock, Cuba, Schweden)

1973 Amilcar Cabral, der Führer der Unabhängigkeitsbewegung, wird ermordet:

24.9.1973 einseitige Ausrufung der Unabhängigkeit durch die PAIGC

1974 Anerkennung durch Portugal. Unter Luis Cabral Zusammenschluß Guineas
mit den Kapverdischen Inseln

1980 Putsch unter Nino Vieira, Bruch mit Cabo Verde und Öffnung zum Westen
zu mehr Demokratie und Marktwirtschaft

1998-99 Militärrebellion und Bürgerkrieg, 5000 Menschen sind dabei gestorben
Juni/Juli 2005 freie Wahlen

seit 2005 instabile politische Situation;
letzter Militärputsch am 14.4.2012    


Wirtschaft: gehört mit einem Prokopfeinkommen von unter 200 $ pro Jahr zu den 10 ärmsten Ländern dieser Welt (wird in Afrika nur von Mocambique, Äthiopien und Somalia übertroffen). Die Wirtschaft war während der Kolonialzeit auf die Bedürfnisse Portugals ausgerichtet und nach Ende des Befreiungskrieges nicht mehr funktionsfähig.




75% der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft in Selbstversorgung (Subsistenz). Es wird Reis, Mais, Hirse, Maniok, Zuckerrohr angebaut, was aber den Landesbedarf nicht deckt, außerdem Cashewkerne, Erdnüsse, Palmöl für den Export. Der Cashewanbau ist in den letzten Jahren v.a. im Süden sehr erweitert worden. Der Transport und die Vermarktung bereiten zunehmend Probleme.

Auch Fisch wird in geringem Umfang exportiert, aber eigentlich in viel größerem Umfang von den großen internationalen Gesellschaften im Küstenbereich weggefangen. Guinea besitzt nicht einmal ein einziges größeres Schiff zur Kontrolle seiner eigenen Küstenge-wässer.


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